Behandlungsverfahren
Sensomotorisch-perzeptiv
Die sensomotorisch-perzeptive Behandlung in der Ergotherapie unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen in Wahrnehmung, Bewegung, Körperkoordination und Handlungsplanung.
Sie dient dazu, grundlegende Funktionen für Alltag, Schule, Arbeit und Freizeit zu verbessern.
Indikationen
- Entwicklungsstörungen bei Kindern (z. B. grob- oder feinmotorische Auffälligkeiten, Koordinationsschwächen)
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson)
- Sensorische Integrationsstörungen
- Einschränkungen nach Verletzungen oder Operationen
Ziele im Alltag
- Verbesserung der Selbstständigkeit
- Erhöhung der Handlungskompetenz
- Steigerung der sozialen Teilhabe
- Förderung von Ausdauer, Belastbarkeit und Konzentration
Inhalte & Methoden
- Wahrnehmungsförderung: Übungen zur Verbesserung von Körperwahrnehmung, Gleichgewicht, Raum-Lage-Sinn
- Motorische Förderung: Training von Grob- und Feinmotorik, Muskelkraft, Bewegungsplanung und -ausführung
- Koordination & Gleichgewicht: z. B. durch Klettern, Balancieren, gezielte Bewegungsaufgaben
- Alltagsrelevante Übungen: Integration der Fähigkeiten in sinnvolle Handlungen (z. B. Schreiben, Anziehen, Haushaltsaufgaben)
- Hilfsmittel & Umfeldanpassung: Beratung zu unterstützenden Materialien oder Anpassungen im Alltag
Motorisch-funktionell
Die motorisch-funktionelle Behandlung wird eingesetzt, um Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Koordination zu verbessern.
Sie soll die Wiederherstellung, Erhaltung oder Kompensation eingeschränkter motorischer Funktionen unterstützen und dadurch die Handlungsfähigkeit im Alltag fördern.
Indikationen
- Erkrankungen des Bewegungsapparates (z. B. Arthrose, Rheuma, Frakturen, Sehnen- oder Nervenverletzungen)
- Neurologische Erkrankungen mit motorischen Einschränkungen (z. B. Schlaganfall, MS, Parkinson)
- Postoperative Zustände (z. B. nach Gelenkersatz oder Handoperationen)
- Degenerative oder traumatische Veränderungen von Muskeln, Gelenken, Knochen
Ziele im Alltag
- Förderung der Selbstständigkeit (z. B. Anziehen, Essen, Schreiben)
- Wiederherstellung oder Erhalt von Arbeits- und Freizeitfähigkeiten
- Verbesserung von Belastbarkeit, Kraft und Ausdauer
- Unterstützung bei der Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben
Inhalte & Methoden
- Bewegungstraining: Förderung von Gelenkbeweglichkeit, Muskelkraft und Ausdauer
- Koordinations- und Geschicklichkeitsübungen: z. B. feinmotorisches Training für Hände und Finger
- Funktionelle Übungen: alltagsnahe Bewegungen wie Greifen, Tragen, Schreiben, Haushaltsaktivitäten
- Therapeutische Medien: Einsatz von Therapiematerialien (Knetmasse, Therapieknete, Bälle, Alltagsgegenstände)
- Hilfsmittelberatung: Anpassung und Training im Umgang mit Schienen, Prothesen oder Alltagshelfern
- Schmerz- und Ödemmanagement: Techniken zur Linderung von Beschwerden und Verbesserung der Beweglichkeit

Psychisch-funktionell
Die psychisch-funktionelle Behandlung unterstützt Menschen mit psychischen Erkrankungen oder psychosozialen Beeinträchtigungen, um ihre Handlungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Teilhabe am Alltag zu fördern.
Indikationen
- Depressionen, Angststörungen, Psychosen
- Persönlichkeitsstörungen
- Suchterkrankungen
- Belastungs- und Anpassungsstörungen
- Psychosomatische Beschwerden
Ziele im Alltag
- Entwicklung von Selbstvertrauen und Eigeninitiative
- Verbesserung von Struktur, Orientierung und Alltagsbewältigung
- Förderung von sozialer Teilhabe
- Stärkung von Belastbarkeit, Ausdauer und Selbstständigkeit
- Umgang mit Symptomen und Stressfaktoren
Inhalte & Methoden
- Alltagsorientiertes Training: Förderung von Struktur, Selbstversorgung und Tagesplanung
- Konzentrations- und Gedächtnisübungen: Stärkung kognitiver Funktionen
- Soziales Kompetenztraining: Kommunikation, Konfliktlösung, Gruppenfähigkeit
- Gestalterische und kreative Methoden: Malen, Werken, Musik als Ausdrucksmöglichkeit und Ressourcenförderung
- Entspannungsverfahren & Achtsamkeit: Stressbewältigung, Körperwahrnehmung
- Rollen- und Arbeitstraining: Vorbereitung auf Beruf, Schule oder soziale Integration
- Umfeldanpassung und Beratung: Unterstützung im häuslichen und sozialen Umfeld

Hirnleistungstraining
Das Hirnleistungstraining dient der Förderung und Wiederherstellung von kognitiven Funktionen, die für eine selbstständige Alltagsbewältigung wichtig sind.
Es wird sowohl bei neurologischen Erkrankungen als auch bei psychischen oder altersbedingten Einschränkungen eingesetzt.
Indikationen
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson)
- Demenzielle Erkrankungen oder altersbedingte Gedächtnisprobleme
- Psychische Erkrankungen mit kognitiven Beeinträchtigungen (z. B. Depression, Schizophrenie)
- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen bei Kindern (z. B. ADHS, Lernstörungen)
Ziele im Alltag
- Erhalt oder Verbesserung der Selbstständigkeit
- Förderung von Belastbarkeit, Ausdauer und Handlungsplanung
- Unterstützung bei Berufs- und Wiedereingliederung
- Erhöhung der Lebensqualität durch gesteigerte Orientierung und Selbstwirksamkeit
Inhalte & Methoden
- Aufmerksamkeit und Konzentration
- Gedächtnis (Kurz- und Langzeitgedächtnis)
- Exekutivfunktionen (Planung, Problemlösen, Handlungsorganisation
- Wahrnehmung und Orientierung
- Computer- oder Papiergestützte Trainingsprogramme
- Merkspiele, Rätsel, Alltagssimulationen
- Strukturierte Tages- und Handlungsabläufe
- Übungen im realen Kontext (z. B. Einkaufen, Kochen, Terminplanung)
- Stärkung der Alltagskompetenzen durch praxisnahe Aufgaben

Neurofeedback-Therapie
Die Neurofeedback-Therapie ist ein spezielles Verfahren des Biofeedbacks, bei dem Gehirnaktivitäten (meist EEG-Signale) sichtbar gemacht und gezielt trainiert werden.
Ziel ist es, Selbstregulation zu erlernen, um psychische und neurologische Funktionen zu verbessern.
Indikationen
- Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
- Epilepsie
- Schlafstörungen
- Angststörungen, Depressionen
- Migräne und chronische Schmerzen
- Folgen von Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
Ziele im Alltag
- Verbesserung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Impulskontrolle
- Reduktion von Symptomen wie Unruhe, Ängsten, Schlafproblemen oder Schmerzen
- Förderung von Selbststeuerung und Stressbewältigung
- Unterstützung von Alltags- und Arbeitsfähigkeit
Inhalte & Methoden
- Messung: Elektroden erfassen die elektrische Aktivität des Gehirns (EEG).
- Feedback: Patient:innen erhalten in Echtzeit visuelle oder akustische Rückmeldungen (z. B. Animationen, Spiele, Töne).
- Training: Durch gezielte Rückmeldungen lernen sie, ihre Gehirnaktivität in eine gewünschte Richtung zu beeinflussen (z. B. mehr Aufmerksamkeit, weniger Anspannung).
- Therapieverlauf: Meist mehrere Sitzungen über Wochen hinweg; Fortschritte werden kontinuierlich dokumentiert.

Hausbesuche
Für Patientinnen und Patienten, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht in der Lage sind, unsere Ergotherapie-Praxis in Lippstadt zu besuchen, bieten wir die Behandlung bequem zu Hause an. Unsere Therapeutinnen und Therapeuten bringen alle notwendigen Materialien mit, um eine qualitativ hochwertige Therapie in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.
Mit regelmäßigen Hausbesuchen fördern wir Mobilität, Selbstständigkeit und Wohlbefinden – und helfen dabei, die Lebensqualität im Alltag nachhaltig zu erhalten oder zu verbessern.
Sie haben Interesse an unseren Hausbesuchen?
Fragen Sie uns bitte danach.
Inhalte & Methoden
- Alltagsrelevante Übungen: Integration der Fähigkeiten in sinnvolle Handlungen (z. B. Schreiben, Anziehen, Haushaltsaufgaben)
- Hilfsmittel & Umfeldanpassung: Beratung zu unterstützenden Materialien oder Anpassungen im Alltag
- Funktionelle Übungen: alltagsnahe Bewegungen wie Greifen, Tragen, Schreiben, Haushaltsaktivitäten

